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Bürger fragen - Politiker antworten

Neue Wahlplattform im Internet

Passau -mor- Die Spitzenkandidaten sind in aller Munde, ihre Wahlslogans kennt man auswendig. Doch was wollen sie wirklich? Der interessierte Bürger kann jetzt via Internet seine eigene politische Meinung mit den Wahlprogrammen der Bundestagsparteien vergleichen - auch ohne stundenlange Lektüre.

Und das geht so: Unter der Adresse www.wahl-test98.org findet der Internetsurfer bis zur Bundestagswahl am 27. September einen Fragebogen. Der Mausklick direkt vom heimischen Computer kann er sich dabei zu zentralen politischen Problemen von Arbeitszeitregelung bis Wehrpflicht äußern. Danach rechnet das Programm in Sekundenschnelle aus, zu wieviel Prozent die angekreuzten Antworten jeweils mit den Programmen der einzelnen Parteien übereinstimmen.

Technische Spielerei oder ernstzunehmende Entscheidungshilfe? Dazu der Passauer Politik-Professor Winand Gellner, der mit Mitarbeitern seines Lehrstuhls den Fragebogen erstellte: Hinter dem unterhaltenden Element stehe der durchaus ernsthafte Versuch, zur Beschäftigung mit Politik zu motivieren. Auch in Deutschland finde die politische Auseinandersetzung nach amerikanischen Vorbild zunehmend als Medienwahlkampf statt. Dabei rücken "die Kandidaten in den Vordergrund", dagegen werde immer weniger klar, "wofür die Parteien stehen." Deshalb solle das Computer-Experiment den Wähler zum Nachdenken anregen, wo er sein Kreuz auf dem Wahlzettel macht, ohne zu manipulieren. Der zehnminütige Test ist dabei durchaus für Überraschungen gut. Mutig probierte Passaus Oberbürgermeister Willi Schmöller (SPD) als erster das Programm: Zu 66 Prozent, so berechnete der Computer, stimmt der Sozialdemokrat mit Positionen der CDU/CSU überein, nur zu 16 Prozent mit der seiner eigenen Partei, gleichauf mit der PDS.

 

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